25.03.16

Wer Ohren hat zu hören!

Im Buch Momo des Schriftstellers Michael Ende geht es um eine Eigenschaft von dem Mädchen Momo, die das Bibelwort „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ mit ihrem ganzen Dasein ausfüllt!

Momo konnte wirklich zuhören. Die grauen Herren, die Gegenspieler von Momo, hören die Menschen aus. Sie machen sich ihre schwachen Momente zu nutze und baden sich in ihren Selbstzweifeln.

Ganz anders Momo! Momo konnte zuhören, ohne selbst etwas Dringendes sagen zu wollen! Sie konnte sich ganz auf das Gegenüber einlassen, so dass der Redende sich plötzlich frei, mutig und wertvoll fühlte!
Oft besteht Zuhören doch eher darin, auf den Moment zu warten, wann ich selbst sagen kann, was mir auf dem Herzen liegt. Was ich für Sorgen und Kummer habe.

Zuhören und andere damit groß sein lassen! Sich nicht selbst ins Zentrum zu stellen, sondern völlig selbstlos und uneigennützig zuhören! Viel zu sehr sind wir doch mit uns selbst beschäftigt, um wirklich zuhören zu können! Echte Freundschaft, so wie Momo sie mit ihrem Freund Beppo Straßenkehrer hat, entsteht nur durch anteilnehmendes und aufmerksames Zuhören. Nur so, kann mein Gegenüber es wagen, sein Herz zu öffnen.

Nur durch solches Zuhören kann ein Mensch wie Beppo Straßenkehrer, der sicher eher als Sonderling bezeichnet wurde, sich wirklich öffnen und seine großen Gedanken in Worte fassen. Und was würde uns entgehen, wenn Menschen wie Beppo nicht mehr zu Wort kämen. Menschen, die sich Zeit nehmen zum Nachdenken und erst nach gründlichem Nachdenken reden, „denn nach seiner Meinung kam alles Unglück der Welt von den vielen Lügen, den absichtlichen, aber auch den unabsichtlichen, die nur aus Eile oder Ungenauigkeit entstehen.“

„Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Wenn Sie Nachhilfe im Zuhören brauchen, lesen Sie bei Momo nach und lassen sich von diesem wunderbaren Buch inspirieren! Vielleicht hören Sie dann den Gesang der Zeit und schauen die Farbigkeit ihrer eigenen Stundenblumen!