Adventszeit - Zeit des Wartens

Adventszeit, eine Zeit der Erwartungen, eine Zeit des Wartens auf Weihnachten. So zumindest erleben Kinder diese so gefühlsbeladene Zeit, die jedes Jahr, obwohl der Termin schon längst klar ist, dann doch hereinbricht, als hätten wir sie gar nicht erwartet.

Doch auf was warte ich? Was will ich sehen, hören und fühlen in dieser Adventszeit? Am liebsten natürlich Gutes, Schönes, Harmonisches und Hoffnungbringendes! Doch „warten“ ist eine Tätigkeit, ein Tunwort!
Wenn ich warte, dann mache ich etwas und sei es nur, dass ich die Wartezeit mit Gedanken fülle. Und die sagen mir, dass vieles sich nicht von alleine einstellt. Dass ich zwar das Leben so annehmen muss, wie es sich mir zeigt, genauso wie das Wetter! Im Unterschied zum Wetter aber habe ich im Leben die Möglichkeit, etwas zu ändern, zumindest meine Einstellung und mein Verhalten.

Die Adventszeit als eine Zeit des Wartens lädt ein, mein Leben neu ins Licht zu setzen, genauer hinzuschauen, was ich sehe, und was ich sehen will, was ich höre, und was ich hören will. Genauer zu prüfen, wo mein Fühlen, mein Mitfühlen gefragt ist und an welcher Stelle es nur meinem eigenen Ego dient. Meinem Gespür zu trauen, wenn mir der Geruch von Intoleranz und Selbstgerechtigkeit begegnet.

Das Warten nicht als ein Ausharren zu verstehen, sondern mutig dem Leben zu begegnen, wie es in dem wunderbaren Lied so treffend zum Ausdruck gebracht wird: „Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen miteinander umzugehn. Aufstehn, aufeinander zugehn und uns nicht entfernen, wenn wir etwas nicht verstehn!“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besonnenes Warten und freue mich auf fröhliche Begegnungen im Licht des Advent!

Pfarrerin Ursula Heller