Aufstehn, aufeinander zugehn!

„Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn. Aufstehn, aufeinander zugehn und uns nicht entfernen, wenn wir etwas nicht verstehn. Viel zu lang schon rumgelegen, viel zu lang schon lamentiert. Es wird Zeit, sich zu bewegen, höchste Zeit, dass was passiert.“

Dieses Lied aus dem neuen Gesangbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder plus“ ist fast Programm für die Passionszeit und eine Möglichkeit, Ostern, Auferstehung ganz konkret zu leben. Alles ist am Aufstehn.
Die Blumen strecken schon lange ihre Stiele aus dem Boden, Krokus und Schneeglöckchen sind schon fast verblüht. An den Bäumen sind Knospen erkennbar, bei wärmeren Temperaturen summen die Bienen und die Vögel begrüßen schon lautstark den Tag. Jedes Jahr von neuem ein Wunder, das Aufstehen der Natur.

„Diese Welt ist uns gegeben, wir sind alle Gäste hier. Wenn wir nicht zusammen leben, kann die Menschheit nur verliern.“ Wir gehen mit großen Schritten auf die Passionswoche zu. Eine Zeit im Kirchenjahr, die uns als Menschen ganz hineinnimmt in unser eigenes Versagen, unsere eigene Beteiligung an der Passion Jesu. Da kann sich keiner heraushalten und herausreden. In dieser Zeit sind wir angesprochen in unserem eigenen Verleugnen und unserem Scheitern an den Herausforderungen des Lebens.

Die Lernfähigkeit von uns Menschen ist immer geringer, als wir es gerne hätten. Wie schwierig ist es doch, aus Fehlern, Versäumnissen, aus menschlichem Versagen zu lernen, und es beim nächsten Mal besser zu machen.

„Jeder hat was einzubringen, diese Vielfalt wunderbar. Neue Lieder wolln wir singen, neue Texte laut und klar.“
Dieses Lied will Mut machen, nicht über Versäumtes zu lamentieren, sondern sich aufzumachen, dem Leben und den Menschen entgegen. Und zwar redend, singend, tanzend und verstehend die Auferstehung feiern. So kann es Ostern werden!

Pfarrerin Ursula Heller