You‘ ll never walk alone

Diese Hymne wird gespielt, wenn in Liverpool die Fußballspieler auf den Platz einlaufen. Die deutsche Nationalmannschaft hat es bei dieser WM gezeigt, wo es hinführt, wenn man eben nicht zusammen geht, sondern jeder nur an sein eigenes Ego denkt. Wenn nicht als Mannschaft agiert wird, sondern wenn elf Einzelspieler meinen, sie könnten das auch alleine ohne die anderen.

Wir haben alle gesehen, wohin diese wenig mannschaftsdienliche Spielweise führt. Und nicht nur in Deutschland! Als Titelbild habe ich einen Bienenschwarm genommen, der sich auf der Suche nach einem neuen Zuhause in meinem Garten im Kirschbaum niedergelassen hatte. So konnte die umsichtige Imkerin den Schwarm einfangen und in ein neues Zuhause einziehen lassen.

Die Bienen machen es uns beispielhaft vor, dass sie im Schwarm nie alleine gehen oder fliegen. Sie haben ein Kommunikationssystem untereinander, da können wir Menschen nur staunen. Da wird über Düfte und Tänze kommuniziert, da wird sich gegenseitig unterstützt, da ist feinfühliges Aufeinanderachten gefragt.
Je mehr ich in der letzten Zeit über die Bienen erfahren habe, umso bewusster wird mir, wie wir an und aus der Natur lernen könnten und sollten. Alleingänge sind da nicht gefragt!

In der Natur und in unserem Leben, da ist achtsames Aufeinandereingehen unbedingt von Nöten. Aufmerksam auf den „Flügelschlag“ des Nachbars oder der Nachbarin zu achten, um zu bemerken, wann es notwendig ist, Unterstützung und Hilfe anzubieten. Zu hören, welche Signale ausgesandt werden, damit dann am Ende alle zusammen singen und erleben: „You‘ ll never walk alone“!

Pfarrerin Ursula Heller