Die Rote Karte Gottes oder verliebt in das Leben

Rot am Morgen. Die Sonne errötete als sie den Menschen nackt schlafen sah. Aber der Mensch erfreute sich an der Morgenröte und stand auf, ihr ins Gesicht zu sehen, dem Morgenglanz der Ewigkeit. „Gib, dass deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte und erweck uns Herz und Mut bei entstandener Morgenröte, dass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.“ (Evangelisches Gesangbuch, 450)

Die Schwärze der Nacht ist vertrieben. Das glühende Gesicht der Liebe Gottes erscheint über den neuen Tag.
Manchmal aber treibt es Gott die Zornesröte ins Gesicht. Er zeigt Menschen, die ihre Macht missbrauchen, die rote Karte. Wer morgen am sogenannten Hirtensonntag in den evangelischen Gottesdienst geht, wird davon aus Hesekiel 34 hören. Gott zeigt Hirten die rote Karte. Den Führenden des Volkes und den Regierenden stellt er ein schlechtes Zeugnis aus. Sie machen Fouls ohne Ende. „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden, sich die Taschen voll hauen auf Kosten der Armen. Wehe denen, die die Verlorenen nicht suchen und nach ihnen fragen.“  Gottes Liebe brennt glühend rot für die Schwachen. „Ich will sie führen, wie es recht ist. Ich will die Schwachen stärken.“
Das führt zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Es wird demonstriert mit der Farbe Rot für die Gerechtigkeit, für die Geschwächten und für die, die nur Niedriglöhne erhalten. Wut und Liebe zum Menschen, das zeichnet manchen Wutbürger aus. Er sieht rot. Manchmal treibt es einen die rote Scham darüber ins Gesicht, dass so viel Unrecht und Kriege möglich sind. Recht aufstehn, nicht rechts. Der 1.Mai lädt ein zum Aufstand für das Leben. Feuer und Flamme sein für den Geist Gottes, den Geist des Friedens und der Gerechtigkeit. Die Farbe des Geistes ist Pfingstrot.
Die rote Karte für alle und alles, das Leben zerstört. Signalfarbe gegen den foulenden Spieler, der das Leben der anderen gefährdet. Rot heißt Stopp der Zerstörung. Rote Listen der gefährdeten Schöpfung werden geführt. Halten an der roten Ampel, die Schaden verhindert. Einhalten für das Leben.
Rot am Abend. Die Sonne färbt sich rot. Die Nacht kündigt sich an. „Herr, bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget.“ Bitten die zwei Männer aus Emmaus Jesus. Seine Nähe tat ihnen gut. „Brannte nicht unser Herz als er mit uns redete.“ Dieses Feuer soll nicht erlöschen. Das rotglühende Feuer für das Leben, den Frieden und die Gerechtigkeit.
Gott ist verliebt in das Leben. Er ist wahrhaftig auferstanden, im Morgenrot, dem Morgenglanz der Ewigkeit.

Pfr. Bernd Küster
29.4.17 für GEA „Auf ein Wort“