Das Volk, das im Finstern wandelt

Dieser bekannte Text des Propheten Jesaja ist das Motto für die Lichterwege, die auch dieses Jahr an den Adventssamstagen wieder in die Katharinenkirche einladen.

Licht – was wäre unser Leben ohne Licht! Im Dunkeln ist es immer wieder schwierig, sich zu orientieren. Dunkelheit macht Angst. Kinder brauchen zum Einschlafen ein Nachtlicht, damit sie getrost die Augen schließen können. Aus dem Dunkeln droht Gefahr. Und wie viele Dunkelheiten umgeben uns immer wieder in unserem Leben, in denen wir regelrecht nach mehr Licht schreien. In denen uns die Orientierung für unser Leben verloren geht.

Wie erleichternd, nach einer langen Phase der Dunkelheit und der Orientierungslosigkeit am Ende eines Weges wieder ein Licht zu sehen, und sei es auch noch so klein. Mit mehr Licht erkennen wir auch besser unser Gegenüber, können ihm oder ihr in die Augen schauen und vielleicht sogar die Augenfarbe erkennen. Wir können erkennen – wenn wir das wollen – was sich in den Augen des Gegenübers ausdrückt: Kummer und Sorgen, Freude und Fröhlichkeit, Trauer und Tränen.

In der Adventszeit bietet die Katharinenkirche einen Raum, in dem die eigenen Wege aus der Finsternis heraus zum Licht gesucht werden können, unterstützt mit Musik und Stille, je nachdem, wie es der oder die Einzelne gerade für sich nötig hat. Im Advent einmal nicht ins grelle Licht der Kaufhäuser zu rennen, sondern diese Zeit zu nutzen, sich selbst neu zu entdecken, viel Alltägliches in einem neuen Licht zu sehen und Menschen, die im Dunkeln leben, mit Licht und Leben zu beschenken. Welch eine Chance, die Botschaft von Weihnachten zu beleuchten!

Pfarrerin Ursula Heller