Jesu Passion - Menschliche Betroffenheit

Die Jünger im Garten Gethsemane, sie schlafen, während Jesus in der Stunde der Not dringend ihre wache Unterstützung gebraucht hätte. Judas, der Jünger, der glühende Anhänger Jesu, der ihn durch einen Kuss verrät.

Pilatus, der Landpfleger, der Jesus nicht verurteilen möchte, weil er keine Schuld an ihm findet, er wäscht seine Hände in Unschuld. Petrus, der Jesus nie im Stich lassen möchte, ausgerechnet er verleugnet seinen Freund Jesus. Szenen des Leidensweges Jesu, Szenen aus Jesu Passion, die betroffen machen, denn sie treffen mitten ins Herz. An keiner dieser Szenen können wir Zuschauenden uns distanziert heraushalten. Bei jeder Szene stellt sich die Frage: „Wie hätten wir gehandelt? Welchen Mut hätten wir gezeigt? Wo waschen wir uns vornehm unsere Hände in Unschuld?“

Die Passionsgeschichte stellt Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind. Fragen an den eigenen Glauben, aber vor allem Fragen an das eigene Leben. Fragen nach Verantwortung, Freundschaft und Lebensmut. Sich diesen Fragen zu stellen, gemeinsam Antworten zu suchen, gemeinsam über das eigene Versagen nachzudenken, das eigene Versagen zu sehen, um dann neue Wege zu gehen, dazu fordert die Passionszeit jedes Jahr von neuem heraus. In Gottesdiensten und im gemeinsam gefeierten Abendmahl. Um sich am Ende auf dem Weg vom Dunkel zum Licht neu zu begegnen, in der Katharinenkirche, der Auferstehungskirche und an allen Orten, an denen Leben stattfindet.

Mal sehen, wo wir uns treffen!

Pfarrerin Ursula Heller