Macht die Tore weit und die Türen hoch!

Predigt zum 29. November 2020 von Pfarrer Patrick Mauser

Liebe Gemeinde,

heute machen wir die „Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?“, so kann man in einem Psalm lesen, der tausende Jahre alt ist.
Heute ist der 1.Advent, heute zünden wir die erste Kerze an, an unserem Adventskranz. Der Adventskranz ist ein Ausdruck der Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Und woher die große Vorfreude? Wegen dem Familienfest? Wegen Geschenken oder Besuchen?

Nun, dieses Jahr wird Weihnachten leider ganz anders. Und daher lasst uns doch mal einen Blick darauf werfen, warum das Fest überhaupt so groß, so beliebt und so wichtig wurde.

Ich glaube nämlich, dass es immer auch am GRUND eines Festes hängt, wie gerne es gefeiert wird.

An Weihnachten feiern wir, dass Jesus geboren wurde. Wir glauben, dass er der König, der Erretter, ja sogar der Erlöser der Erde ist, den der alte Psalm „König der Ehre“ nennt. Im Alten Testament, so glauben wir, wird Jesus schon angekündigt. Als der „Messias“, der gesalbte Retter und König.

Das ist der Grund, warum Weihnachten so ein Freudenfest ist. Kein Feiertag, bei dem wir eher andächtig sind, wie an Karfreitag, NEIN, sondern FREUDE; FEIER und GESCHENKE! Und warum wir uns auch dieses Jahr auf Weihnachten freuen dürfen, selbst in Coronazeiten, darum soll es heute gehen.
Unser heutiger Predigttext steht in dem Alten Testament im Buch Sacharja. Der Text sagt etwas voraus, dass erst viel später passieren wird. Man nennt das „Prophetie“, ich werde den Text aber zuerst einmal lesen:
Der Friedenskönig 9Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.
Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.


Da horchen wir doch auf, was da dem Volk Israel gesagt wird. Alle Menschen und jene in der großen Hauptstadt Jerusalem: ein König kommt…er ist ein Helfer und ein Gerechter. Das sehnen sich die Menschen her, damals. Sie werden ihren König erkennen, wenn er auf einem Esel in ihre Stadt reitet…Frieden wird seine Botschaft sein…“Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“ – so haben wir vorhin gesungen…Ja, es ist schon passiert: der König kam schon in die Stadt. Fällt Ihnen und Euch ein, wann? Nun ja, hier:



„Tochter Zion…freu – e dich, jauch – ze laut, Je – ru – sa -lem“…. Ja, wieder ein Adventslied. Und dieses Bild zeigt Jesus, als er in Jerusalem einzieht und ich möchte uns dies aus dem Matthäusevangelium lesen:

Der Einzug in Jerusalem
Als sie nicht mehr weit von Jerusalem entfernt waren und in die Nähe von Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger voraus. Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Gleich ´beim Ortseingang` werdet ihr eine Eselin finden, die angebunden ist, und bei ihr ein Fohlen. Bindet sie beide los und führt sie zu mir. Und sollte jemand etwas zu euch sagen, dann antwortet: ›Der Herr braucht die Tiere.‹ Dann wird man sie sofort mit euch gehen lassen.« Das geschah, weil sich erfüllen sollte, was durch den Propheten vorausgesagt worden war:
›Sagt der Tochter Zion:
Dein König kommt zu dir.
Er ist sanftmütig, und er reitet auf einem Esel,
auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.‹
Die beiden Jünger machten sich auf den Weg und führten alles so aus, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Mäntel über die Tiere, und Jesus setzte sich darauf. Scharen von Menschen breiteten ihre Mäntel auf dem Weg aus; andere hieben Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen:
»Gepriesen sei der Sohn Davids!
›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹
Gepriesen sei Gott in der Höhe!«
So zog Jesus in Jerusalem ein. Die ganze Stadt geriet in Aufregung, und alle fragten: »Wer ist dieser Mann?« Die Menge, ´die Jesus begleitete,` antwortete: »Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.«

Ihr Lieben, das ist die Geschichte.
Ich weiß nicht, ob sich so manche von euch gefragt haben, welcher König denn bitteschön auf einem Esel in eine Stadt reitet. Auf einem Arbeitstier? Nicht mal ein königliches Pferd, dass man in die Schlacht führt und das gepanzert ist und mit goldenem Zaumzeug und so weiter…was damals halt vielleicht protzig war.

Und bis heute feiern wir diesen König, Jesus Christus. Obwohl er auf einem einfachen Tier damals nach Jerusalem kam. Die Leute haben ihn aber dennoch gefeiert. Sie haben ihn erkannt – vielleicht kannten sie die Bibelstelle aus dem Alten Testament. Obwohl es so einfach daherkam, feierten sie ihn. Wir feiern ihn bis heute. Dabei nochmal die Frage: hätte ein König nicht ganz anders kommen sollen? Wie wäre das heute für uns, wenn jemand nach Reutlingen auf einem Esel reinreiten würde? Wie müsste man denn heute kommen? Wie sieht denn so ein echter König aus? Vielleicht so?



Ihr Lieben, das ist die Geschichte.

Ich weiß nicht, ob sich so manche von euch gefragt haben, welcher König denn bitteschön auf einem Esel in eine Stadt reitet. Auf einem Arbeitstier? Nicht mal ein königliches Pferd, dass man in die Schlacht führt und das gepanzert ist und mit goldenem Zaumzeug und so weiter…was damals halt vielleicht protzig war.

Und bis heute feiern wir diesen König, Jesus Christus. Obwohl er auf einem einfachen Tier damals nach Jerusalem kam. Die Leute haben ihn aber dennoch gefeiert. Sie haben ihn erkannt – vielleicht kannten sie die Bibelstelle aus dem Alten Testament. Obwohl es so einfach daherkam, feierten sie ihn. Wir feiern ihn bis heute. Dabei nochmal die Frage: hätte ein König nicht ganz anders kommen sollen? Wie wäre das heute für uns, wenn jemand nach Reutlingen auf einem Esel reinreiten würde? Wie müsste man denn heute kommen? Wie sieht denn so ein echter König aus? Vielleicht so?



Und bei seiner Geburt war es genau gleich!

Wie wird ein König geboren? Na klar: in einem Palast! NEEEIN, nicht unser König der Herzen!
In einem Stall…zwischen Tieren und dem, was sie hinterlassen! JA, ein Stall STINKT!
Und unser König: ein Kind in einer Futterkrippe, weil es kein goldenes Bett hat! In WINDELN gewickelt, wie jeder andere Mensch!

Wir glauben, dass dieser König der Herzen so geboren wurde und wir glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist, Gott, als Mensch auf die Erde gekommen. Gott hat es genau erlebt, wie es dir, mir und uns als Menschen so geht. Wir machen in die Windel, sind hilflos, wir müssen aufwachsen, uns behaupten.
Und nur ein PAAR Menschen haben ein goldenes Kinderbett – die meisten haben das nicht und es gibt Menschen, die bettelarm sind und so leben, wie unser König auf die Welt kam.

Jesus Christus kennt das Menschsein. Darum kommt er auf einem Esel. Doch er kam um die Welt zu verändern. Er kam um allen, ob reich ob arm, ob groß ob Klein zu sagen: Gott liebt euch, und er will euch begleiten und euch ewig ein Freund und treu sein. Er will euch ein ewiges Leben schenken, und es ist egal, was auf eurem Bankkonto ist, was euer Beruf ist oder wo und wie ihr wohnt: ihr müsst mir nur vertrauen. Ich bin der Friedenskönig:

Der Friedenskönig „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer“

Gott dreht gerne die Verhältnisse um. Und darum kommt er als Könoig auf die Welt, obwohl er arm war.
Er dreht die Verhältnisse gerne um und fragt nicht: „Na, was hast du so erreicht, verdient und gebaut, damit du meine Liebe verdienst?“

Nein, er sagt, wie heute in der Taufe, schon ein dickes, fettes „JA!“ zu uns, auch wenn man noch gar nicht wissen kann, wie das Leben unserer Kinder verlaufen wird. Es ist egal, die Liebe des Friedenskönigs Jesus gilt allen.

Und ob Tauffeier oder Advent – Nehmen wir das mit, um was es geht: um die ausgebreiteten Arme für jeden Menschen, von unserem König, der auf einem Esel zu seinem Thron geritten kam.

Pfarrer Patrick Mauser

 

Wochenspruch

"Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer." (Sach 9,9a)
 

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