Ungläubig

Ich glaube nicht, dass Weltpolitik Gerechtigkeit zum Ziel hat. Ich glaube nicht, dass die Mächtigen den Klimawandel stoppen wollen. Ich glaube nicht, dass industrielle Landwirtschaft die Schöpfung bewahren will.

Ich sprach zu den Mächtigen: „Helft uns, wir können euch nicht glauben.“ Sie wollten nicht helfen. Ich sprach zu den Vertretern des Volkes. Sie wussten nicht weiter.

Ich sprach zu den Religionsführern: „Helft uns, wir vertrauen nicht mehr.“ Sie konnten nicht helfen. Da sprach ich zu Gott: „Wenn du etwas kannst, dann erbarme dich unser und hilf uns.“ Ich hörte die Antwort: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Da sprach ich zu Gott: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Ich spürte meinen Unglauben, denn was ist mir möglich? Die Frage treibt mich nun um. Ungläubig staune ich über die Tat von Jesus in Markus 9. Er heilte einen kranken Jungen, dessen Vater sprach: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Dem der glaubt, ist alles möglich.

Jesus heilte. Was können wir heilen? Wie weit reicht unser Glaube?

Mit der Jahreslosung können wir unseren Unglauben zugeben. Wir dürfen vertrauen, dass Gott unserem Unglauben aufhilft.

Wenn uns auch nicht alles möglich ist, so bleibt uns doch, das uns Mögliche zu tun. Ich denke, da wäre mehr möglich, sogar dem, der nicht glaubt.

Mit dem Bekenntnis zum Unglauben fängt der Glaube an. Mit dem Glauben an das Unmögliche beginnt das Mögliche. Mit dem Möglichen können wir unser Leben und unsere Umwelt verändern. Das glaube ich, Gott helfe meinem Unglauben.

Pfarrer Bernd Küster