Die Auferstehungskirche

In Reutlingen findet man die evangelische Auferstehungskirche zwischen dem alten Friedhof 'Unter den Linden' und dem neuen 'Römerschanzfriedhof'. So war es naheliegend, dass der in den Jahren 1956 auf 1957 erbauten Kirche der Name 'Auferstehungskirche' verliehen wurde. Deshalb findet man auch auf dem Grundstein der Kirche, der vor ihrem Haupteingang zu sehen ist, die Worte Jesu aus Johannes 11 Vers 25 : 'Ich bin die Auferstehung und das Leben.'
Die Auferstehungskirche wurde in der Amtszeit von Pfarrer Karl Ebinger erbaut nach den Plänen von Professor Erich Fritz, einem Dozenten an der Staatsbauschule in Stuttgart.


In dem durch das Tageslicht hell erleuchteten Altarraum der Kirche findet man hinter dem Altar ein von Professor Rudolf Yelin geschaffenes Wandbild, auf dem auf der linken Seite der Auferstandene zu sehen ist, der mit seiner Siegesfahne vor der leeren Grabhöhle steht.

 

Auf der rechten Seite des Bildes sieht man die 3 Frauen, die am Ostermorgen zum Grab des Auferstandenen eilen. Die vordere der Frauen im grünen Gewand symbolisiert zugleich die Hoffnung. Die mittlere Frau im roten Gewand steht für die Liebe. Liebevoll greift sie nach der dritten Frau im graublauen Gewand, die für den Glauben steht, der in dieser vergehenden Welt noch nicht schauen darf. Als Verkörperung des blinden Glaubens hält diese Frau deshalb eine Hand vor ihr Gesicht. Außerdem sieht man zwischen den Frauen und dem Auferstandenen einen Verkündigungsengel sitzen, der mir seiner abweisenden Hand anzeigt, dass der gekreuzigte Christus nicht im Grab zu finden ist ? während er mir der anderen Hand auf den Christus mit seiner Siegesfahne hinweist.

 

Das Wandbild von Professor Yelin will die Gemeinde immer neu daran erinnern, dass Glaube, Liebe und Hoffnung nur dann in einer Gemeinde lebendig bleiben, wenn die Gemeindeglieder nicht aufhören, treu und regelmäßig auf den Auferstandenen zu blicken und von ihm zu lernen.


Im Jahr 1979 erhielt die Auferstehungsgemeinde nach Plänen von Professor Erich Fritz noch einen Anbau mit einem schönen großen Gemeindesaal. Es war dies das letzte Werk des Architekten, der ein Jahr später starb.
In den Jahren 1992 und 1993 wurde die Auferstehungskirche unter der Leitung von Dipl,-Ing. Eugen Riehle renoviert. Damals erhielt der Kirchenraum seine beiden großen Kronleuchter.

 

Zur Kirche gehört auch noch ein Bau mit Jugendräumen und Kindergarten. Die um die Kirche liegende Wiese gibt gute Möglichkeiten zu Gemeindefesten.
In Blicknähe zur Auferstehungskirche findet man die etwas höher liegende katholische Peter- und Paul-Kirche. Ihre Glocken sind auf die Glocken der Auferstehungskirche harmonisch abgestimmt. Die Nähe der Kirchen führte auch zu freundschaftlicher Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Gemeinden auf dem Gebiet der Römerschanze und des Storlach. (Peter Fritz †)